Die am 28.10.1997 gegründete Deutsch-Japanische Gesellschaft für Arbeitsrecht e.V. widmet sich im Geiste des Gedankens der Völkerverständigung der Förderung des wissenschaftlichen Austausches zwischen japanischen und deutschen Experten des Arbeitsrechts, der Initiierung und Durchführung von Studien zum japanischen Arbeitsrecht sowie dem Vergleich der beiden Arbeitsrechtsordnungen, insbesondere durch Veranstaltung von Fachvorträgen und Fachtagungen, Vergabe von Stipendien sowie Ermöglichung von Übersetzungen und Veröffentlichungen in japanischer bzw. deutscher Sprache.
Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des § 52 Abs. 1 Abgabenordnung.
Geschichte der Deutsch-Japanischen Gesellschaft für Arbeitsrecht
von Prof. Dr. Heinrich Menkhaus
Erst im Jahre 2003 wurde die Homepage der Gesellschaft eingerichtet, die die einzelnen Aktivitäten des Vereins nachzeichnet. Hier soll deshalb ein Blick in die Geschichte geworfen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass parallel zur Deutsch-Japanischen Gesellschaft für Arbeitsrecht in Japan eine japanische Schwestergesellschaft unter dem Namen 日独労働法協会 (Japanisch-Deutsche Gesellschaft für Arbeitsrecht) gegründet wurde. Beide Gesellschaften hatten schon vor der Gründung eine enge Zusammenarbeit verabredet.
Die Gründungsversammlung der deutschen Gesellschaft fand am 28. Oktober 1997 im Bundesarbeitsgericht, das seinerzeit noch in Kassel angesiedelt war, statt. Dabei wurden die ersten acht Vorstandsmitglieder bestimmt, die, wie die Satzung vorsieht, "der Arbeitsgerichtsbarkeit, den Gewerkschaften, der Arbeitgeberverbände, der Arbeitsverwaltung, der Wissenschaft und der Rechtsanwaltschaft" entstammen sollen. Gewählt wurden Prof. Dr. Wolfgang Däubler, Universität Bremen, Prof. Dr. Thomas Dieterich, Bundesarbeitsgericht, Hans-Jürgen Dörner, Bundesarbeitsgericht, Prof. Dr. Dres. h.c. Peter Hanau, Universität zu Köln, Dr. Thomas Klebe, Industriegewerkschaft Metall, Wolfgang Koberski, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, und Dr. Martin Wolmerath, Rechtsanwalt. Dr. Ursula Schlochauer, Rechtsanwältin, wurde kurze Zeit später benannt. Als Vorsitzender wurde in der konstituierenden Vorstandssitzung Prof. Dr. Däubler und als Geschäftsführer Herr Dr. Wolmerath bestimmt.
Vortragsveranstaltungen
Einer typischen Betätigungsform der Gesellschaft, nämlich der Veranstaltung von Vorträgen, ist die Gesellschaft schon anlässlich ihrer Mitgliederversammlungen nachgekommen. Auf der Gründungsveranstaltung am 28. Oktober 1997 hielt Prof. Nako Michitaka (名古 道功) einen Vortrag zum Thema Die wirklichen Konditionen und die Aufgaben des Urlaubs in Japan, der unter dem Titel Jahresurlaub in Japan in der Zeitschrift Arbeit und Recht 1998, S. 310-314 abgedruckt wurde. Am 17. Februar 1998 folgte der Vortrag von Prof. Kezuka Katsutoshi (毛塚 勝利) zum Thema Arbeitnehmer auf Lebenszeit? Japanische Erfahrung in der Goethe-Universität Frankfurt. Am 15. Juli desselben Jahres präsentierte Prof. Dr. Nishitani Satoshi (西谷 敏) einen Vortrag zum Thema Arbeitsmarkt, Arbeitswelt und Arbeitsrecht in der Wirtschaftskrise in Japan, erneut im Bundesarbeitsgericht in Kassel. Auf der Mitgliederversammlung am 9. März 2001 in Hannover war der seinerzeitige Sozialreferent der japanischen Botschaft Iuchi Masaaki (井内 雅明) mit einem Vortrag über Die neuesten Entwicklungen im Arbeitsrecht und in den Arbeitsbeziehungen in Japan vertreten. Anlässlich der Mitgliederversammlung im Juni 2002 im Bundesarbeitsgericht in Erfurt sprach Prof. Dr. Heinrich Menkhaus, Universität Marburg, zum Thema Die Rechtsstellung deutscher Arbeitnehmer in Japan.
Gemeinsame Symposien mit der japanischen Schwestergesellschaft
Eine weitere Aktivität der Gesellschaft stellt die gemeinsame Veranstaltung von Symposien im Abstand von zwei Jahren mit der japanischen Schwestergesellschaft dar. Richtschnur ist dabei der Wechsel des Veranstaltungsortes zwischen Japan und Deutschland.
Das erste gemeinsame Symposium fand anlässlich der Gründung der japanischen Schwestergesellschaft in Tokyo in der Räumen der seinerzeit noch Japan Institute of Labour (JIL) genannten Institution statt. Zum Thema Die Globalisierung der Wirtschaft und das Arbeitsrecht - Zusammenfassender Zwischenbericht über die Deregulierungspolitik sprachen auf japanischer Seite der seinerzeitige Vorsitzende der japanischen Schwestergesellschaft und Direktor von JIL Prof. Dr. Hanami Tadashi (花見 忠) und auf deutscher Seite Franz-Josef Düwell, Bundesarbeitsgericht, über Zwischenbilanz der Politik der Deregulierung im deutschen Arbeitsrecht und Prof. Dr. Peter Wedde, Fachhochschule Frankfurt am Main, über Deregulierung und Flexibilisierung im Arbeitsrecht. Die Beiträge der beiden deutschen Referenten sind in der Zeitschrift der japanischen Schwestergesellschaft (dazu sogleich) veröffentlicht.
Im Juli 1999 wurde vom Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dres. h.c. Peter Hanau das zweite gemeinsame Symposium der Gesellschaften in Deutschland, nämlich in Köln, ausgerichtet. Das Symposium befasste sich mit zwei Themen: "Arbeitsordnungen und Tarifverträge japanischer Unternehmen im Vergleich mit Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen in Deutschland" sowie "Kündigungsschutz im Vergleich". Die Referenten zum ersten Thema waren Prof. Wada Hajime (和田 肇) und Prof. Hanau selbst. Der Beitrag von Prof. Wada ist unter dem Titel Die Regelungen der Arbeitsbedingungen in japanischen Betrieben in der Zeitschrift Arbeit und Recht 2002, S. 369 ff. veröffentlicht. Als Referenten zum zweiten Thema traten die Prof. Dr. Nishitani Satoshi (西谷 敏) und Prof. Dr. Däubler auf. Das Referat von Prof. Nishitani wurde ebenfalls in der Zeitschrift Arbeit und Recht 2001, S. 444 ff. unter dem Titel Kündigungsschutzrecht in Japan abgedruckt.
Die Mitgliederversammlung 2002 in Erfurt führte zu einigen organisatorischen Änderungen. Prof. Däubler als Vorsitzender und Dr. Wolmerath als Geschäftsführer, die die Gesellschaft fünf Jahre geführt hatten, traten von ihren Ämtern zurück. Auch die Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Dieterich und Dörner stellten ihre Positionen zur Verfügung. An ihrer Stelle wurden gewählt Dr. Manfred H. Bobke, Rechtsanwalt und Mitglied der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen, Franz Josef Düwell, Bundesarbeitsgericht, Rüdiger Henning, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, und Prof. Dr. Heinrich Menkhaus, Universität Marburg. In der ersten Vorstandssitzung nach der Mitgliederversammlung wurde Prof. Dr. Heinrich Menkhaus zum neuen Vorsitzenden und Rüdiger Henning zum neuen Geschäftsführer der Gesellschaft bestellt.
Die japanische Schwestergesellschaft
Die japanische Schwestergesellschaft veranstaltet Tagungen in etwa jährlichem Rhythmus, zu denen in aller Regel auch deutsche Referenten eingeladen werden. Der schon genannten Gründungsversammlung im Jahre 1997 folgte im März 1999 erneut in den Räumen von JIL in Tokyo die zweite Tagung. Diese stand unter dem Titel: Die Forderung nach einer neuen Beschäftigungspolitik. Auf deutscher Seite referierte Prof. Dr. Wolfgang Däubler, auf japanischer Seite Prof. Iguchi Yasushi (井口 泰), Universität Kwansei Gakuin (関西学院). Diesmal war zu dem in Rede stehenden Thema zusätzlich eine Plenardiskussion anberaumt, an der Monika Sommer (seinerzeit Sozialreferentin der Deutschen Botschaft Tokyo) und Dr. Heinrich Menkhaus (seinerzeit Leiter der Abteilung Recht und Steuern der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan) auf deutscher Seite sowie Matsuura Kiyoharu (松浦 清春) vom japanischen Gewerkschaftsbund Rengo (連合) sowie Kiriku Takashi (記陸 孝) vom seinerzeit noch existenten japanischen Arbeitgeberverband Nikkeiren (日経連) diskutierten. Bei der dritten Tagung März 2000 wieder in den Räumen von JIL in Tokyo ging es um: Die Gesetzgebung in Arbeitssachen - Deutsche Erfahrungen und japanische Aufgaben. Referenten auf deutscher Seite waren Prof. Dr. Thomas Dieterich und Prof. Dr. Heide Pfarr.
Die japanische Schwestergesellschaft hat von Anfang an ein eigenes Veröffentlichungsorgan begründet. Es trägt den Namen (日独労働法協会会報) (Bulletin der Japanisch-Deutschen Gesellschaft für Arbeitsrecht). In dem hier in Rede stehenden Zeitraum sind vier Ausgaben für die Jahre 1998, 1999, 2000 und 2002 erschienen. Sie enthalten alle Beiträge der genannten Symposien, die Beiträge der deutschen Referenten dabei sowohl auf deutsch als auch auf japanisch. Die Zeitschrift bringt weiter Vereinsnachrichten und das jeweils aktuelle Mitgliederverzeichnis.
Vorstand
Vorstandsvorsitzender:
Prof. Dr. Heinrich Menkhaus
Institut für Privatrechtsvergleichung
Fachbereich Rechtswissenschaften
Philipps-Universität Marburg
Geschäftsführer:
Rüdiger Henning
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Hückelhoven
Dr. Manfred Bobke
Rechtsanwalt
Geschäftsführer Personal bei der Flughafen Berlin Schönefeld GmbH
Franz Josef Düwell
Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht
Erfurt
Martina Perreng
DGB
Deutscher Gewerkschaftsbund
Bundesvorstand
Berlin
Wolfgang Koberski
Abteilungsleiter im BMWA
Berlin
Dr. Sven-Frederik Balders
BDA
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Berlin
Prof. Dr. Peter Wedde
Fachhochschule Frankfurt am Main
Kassenprüfer:
Heike Alps
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Offenbach
DJGA-Veranstaltungen seit 2003
06.12.2006
Vortrag von Ass. jur. Heike Alps: "Private Arbeitsvermittlung in Japan"
Ort: Japanisches Kulturinstitut, Köln
20. – 21.03.2006
5. Symposium "Die Aufgabe des Arbeitsvertragsrechts – Bestimmung und Änderung der Arbeitsbedingungen in Japan und Deutschland"
veranstaltet zusammen mit der Japanisch-Deutschen Gesellschaft für Arbeitsrecht im Rahmen des Jahres "Deutschland in Japan"
Ort: Senshu-Universität, Tokyo
22.06.2005
Vortrag von Richterin Tomoko Akita:
"Arbeitnehmerschutz nach der Insolvenzreform 2004"
Ort: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
01.06.2005
Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Seifert, Universität Heidelberg:
"Betriebliche Arbeitsbeziehungen in Japan und Deutschland"
Ort: Rathaus der Stadt Offenbach
30.09. – 01.10.2004
4. Symposium "Erste Ergebnisse der Arbeitsmarktreformen in Deutschland und Japan"
veranstaltet zusammen mit der Japanisch-Deutschen Gesellschaft für Arbeitsrecht
Ort: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Berlin
28.05.2004
Vortrag von Associate Prof. Dr. Masaaki Haga:
"Internationale Zuständigkeit für Arbeitsrechtssachen in Japan"
Ort: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Berlin
21.01.2004
Vortrag von Dr. Oliver Tieste, LL.M.Eur.:
"Karôshi - Tod durch Überarbeitung"
Ort: Kleiner Saal der Japanischen Internationalen Schule e.V., Düsseldorf
05.11.2003
Vortrag von Prof. Yoko Hashimoto:
"Der Arbeitnehmerbegriff im japanischen Arbeitsrecht"
Ort: Philipps-Universität Marburg, Japan-Zentrum
Unter dem Titel "Erweiterung der Beschäftigungsformen und aktuelle Entwicklung des Arbeitsrechts in Japan" veröffentlicht in ZJapanR (Zeitschrift für Japanisches Recht 9/17(2004)67 ff.
29. – 30.09.2003
3. Symposium "Alternativen der Beschäftigungspolitik und ihre arbeitsrechtlichen Regelungen"
veranstaltet zusammen mit der Japanisch-Deutschen Gesellschaft für Arbeitsrecht
Ort: Chuo-Universität / Suidobashi-Campus, Tokio
Bibliographie
Literatur zum japanischen Arbeitsrecht in westlichen Sprachen seit 1990 - eine teilannotierte Auswahl -
Zusammengestellt von Ass. jur. Falk Meinhardt und Prof. Dr. jur. Heinrich Menkhaus, Institut für Privatrechtsvergleichung, Japanische Abteilung, Fachbereich Rechtswissenschaften und Japan-Zentrum der Philipps-Universität Marburg
Diese Zusammenstellung von Literatur zum japanischen Arbeitsrecht in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr wurde bewusst eine Auswahl getroffen. Maßgeblich war, dass die Werke und Beiträge dem interessierten deutschen (auch Nicht-) Juristen ein- und weiterführende Einblicke in das japanische Arbeitsrecht und die japanischen Arbeitsbeziehungen gewähren.
Für Literatur, die vor 1990 veröffentlicht wurde, sei hier auf folgende Bibliographien verwiesen:
Coleman, Rex/
An Index to Japanese Law, A Bibliography of Western Language
Materials 1867-1973, Law in Japan 1975 (Special Edition)
Recent Publications, Supplement No. 1, Law in Japan, Vol.7
Haley, John Owen
Recent Publications, Supplement No. 2, Law in Japan, Vol. 8
Recent Publications, Supplement No. 3, Law in Japan, Vol. 9
Recent Publications, Supplement No. 4, Law in Japan, Vol. 10
Recent Publications, Supplement No. 5, Law in Japan, Vol. 11
Scheer, Matthias K.
Japanisches Recht in westlichen Sprachen 1974-1989
Eine Bibliographie, Veröffentlichungen der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung, Band 1, Hamburg 1992
Die Kompilatoren danken der japanischen Abteilung der Internationalen Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht für Hinweise auf Veröffentlichungen der japanischen Kollegen in westlichen Sprachen.
Links
Gesellschaft für Japanforschung e.V. (GJF): Interessenverband der japanbezogenen Forschung im deutschsprachigen Raum
das japanische Institut für Arbeitspolitik und -Training
das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt
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Impressum
Deutsch-Japanische Gesellschaft für Arbeitsrecht e. V.
Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:
Geschäftsführer:
Rüdiger Henning
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Parkhofstraße 1
41836 Hückelhoven
Tel.: 02433/9080-0
Fax: 02433/9080-20
E-Mail: info @ djga.de
Internet: www.djga.de
Vertretungsberechtigter Vorstand:
Prof. Dr. Heinrich Menkhaus
RA Rüdiger Henning
Registergericht:
Amtsgericht Frankfurt am Main
Registernummer:
73 VR 11696
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